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oerlikon.ch > linkgooerlikon 18.04.2008

Schulhaus Leutschenbach: Dringlich aber verspätet

Schulhaus Leutschenbach: Dringlich aber verspätet
Im Gebiet Leutschenbach, an der Grenze Schwamendingen/Oerlikon, entsteht das zweitgrösste Schulhaus der Stadt Zürich. Eine öffentliche Nutzung ist aber nicht vorgesehen.

Noch ist das Schulhaus Leutschenbach im Rohbau. Eigentlich hätte es bereits nach den Sommerferien bezogen werden sollen, doch dem ist nicht so: Erst im Sommer 2009 wird es betriebsbereit sein. «Die Bauverzögerung hat technische Ursachen», erklärt Christian Scheidegger, Projektleiter vom Architekturbüro Christian Kerez, welches mit dem Projekt «Moku» den Wettbewerb gewonnen hat. Man habe dies nicht voraussehen können.

Res Rickli, Präsident Kreisschulpflege Schwamendingen, wäre froh, wenn das Schulhaus bald fertig wäre. Es sei dringend nötig, denn die Schulhäuser Saatlen, Auzelg und Herzogenmühle müssten entlastet werden. Es werde zwar nicht von Anfang voll besetzt sein. «Das wäre auch nicht gut wegen der zahlreichen Neuzuzüger im Neubaugebiet Leutschenbach», hält er fest. Zudem müsse das Auzelg renoviert werden, und die Klassen könnten dann ins Leutschenbach ausweichen. «Aber wichtiger ist, dass nachher alles bestens ist», betont er. «Wir bauen Schulhäuser für die nächsten 50 bis 100 Jahre und nicht für den Moment», erklärt er. Das neue Gebäude gefalle ihm.

Hochstehend in jeder Beziehung
Alle Nutzungen der Schulanlage Leutschenbach – sie umfasst 15000 Quadratmeter – sind in einem Gebäude untergebracht. «Wir haben uns für einen hohen Bau Gebäude entschieden, weil alle umliegenden Gebäude auch hoch sind und es deshalb städtebaulich zur Umgebung passt», hält Scheidegger fest. Ziel sei ein «möglichst kleiner Fussabdruck» des Gebäudes auf dem Gelände gewesen. Zudem würden so die Freiräume grösser.

Das Schulhaus Leutschenbach gilt als eines der wichtigsten Stahlbauprojekte der Schweiz. Es kostet rund 60 Millionen Franken. Im kompakten Baukörper, der trotz grosser Glassfassade den Minergie-Standard erfüllt, sind Oberstufe und Primarstufe sowie Kindergärten untergebracht. Eine eigene Infrastruktur wie zum Beispiel separate Eingänge für Primarschüler und Oberstufenschüler ist geplant, eine stufenübergreifende Zusammenarbeit aber möglich. In den 22 Klassenzimmern, die über drei Geschosse verteilt sind, finden 10 Oberstufenklassen und 12 Primarklassen Platz.

Gemeinschaftsräume bilden den Mittelpunkt jedes Geschosses. Die Klassenzimmer haben eine Grösse von 85, die Gemeinschaftsräume eine von 160 Quadratmetern. Zudem sind im Gebäude Labors, Werk-, Computer- sowie Betreuungsräume untergebracht. Die Mensa befindet sich im Erdgeschoss. Weiter wird im Geschoss oberhalb der Klassenräume ein Mehrzweckraum mit Bühne eingerichtet. Dieser bietet Platz für 200 bis 250 Personen. Zudem sind dort ein Foyer und eine Bibliothek geplant. Diese Gemeinschaftszone schaffe einen Mehrwert für die Schule, sind alle am Bau Beteiligten überzeugt.

Die Turnhalle bildet das Dach
Charakteristisch fürs Schulhaus Leutschenbach ist die zuoberst angeordnete Doppelturnhalle. «Sie besteht in erster Linie aus Luft», argumentiert Scheidegger. Es mache deshalb Sinn, das Leichteste dort zu platzieren. Zudem habe man die Halle nicht unterirdisch platzieren können, weil sich der Grundwasserspiegel nur 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche befinde. Das Schulhaus Leutschenbach befindet sich am einen Ende des Andreasparks. Die Freiräume der Anlage umfassen eine parkähnliche Landschaft, eine Spielwiese, Basketball- und Fussballfeld sowie Kunst und Bau. Den Studienauftrag Kunst und Bau hat der international bekannte Künstler Olivier Mosset mit seinem Projekt «Toblerones» gewonnen.

Keine öffentliche Nutzung
Öffentliche Nutzungen sind im Schulhaus Leutschenbach vorerst nicht geplant. «Man hat im Schulhaus Im Birch zu viel versprochen. Wir haben daraus gelernt und werden das neue Schulhaus deshalb bis auf weiteres nur für schulische Zwecke nutzen», betont Rickli. Ein Vorteil des neuen Schulhauses sei, dass sich trotz allgemeinen Lehrermangels viele Lehrerinnen und Lehrer gezielt für dieses Schulhaus melden.

link(Quelle: Zürich-Nord)

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